Das Beste kommt zum Schluss – Dynamo ringt die Vienna Vibes mit 6:4 nieder und holt sich den 6. Platz

Einen Tag nach dem Champions League Finale, kam es in der richtigen Königsklasse des Fußballs, der DSG, zum nächsten Showdown der Extraklasse: Dynamo Döbling (damals noch 7.) empfing die Vienna Vibes (damals noch 6.) in seiner geliebten Heimstätte, der prächtigen Krottenbacher Alm. Für die Dynamos war es das letzte Meisterschaftsspiel der Saison, wobei es für die Döblinger um den 6. Tabellenrang und damit die goldene Ananas ging. Der Trainer der Dynamos vertraute dabei auf die selbe Startelf und Formation, wie schon am Dienstag beim Sieg gegen Wördern und sollte von ihr auch nicht enttäuscht werden. Auf Drängen des Fernsehens wurde die Partie zwar in der Primetime angesetzt, zum Groll mancher Fans aber erst ein wenig verspätet angepfiffen.

Die Gäste begannen anfangs druckvoll und schnürten die Heimmannschaft praktisch in ihrer eigenen Hälfte ein. Mit spielerischer Leichtigkeit und körperlicher Überlegenheit sausten sie den etwas verschlafen wirkenden Dynamos um die Ohren. Das erste Tor an diesem Abend gelang trotzdem der Heimmannschaft, als sich nämlich Innenverteidiger Mandl den Ball schnappte und Höller P. herrlich freispielte. Dieser zündete einen Turbo, der selbst einen Geparden gelb vor Neid werden lassen würde, und schob vor dem herauseilenden Tormann zum 1:0 ein. Nur wenige Minuten später glichen die Vibes sofort aus: Ihr linker Außenstürmer bekam einen hohen Ball und schoss in Bedrängnis das 1:1. Torhüter Taborsky ließ sich vom Tiefschlaf der gesamten Mannschaft ein wenig mitreißen und sah bei dem Schuss auf das kurze Eck nicht sonderlich glücklich aus. Dynamo fand erst langsam ins Spiel und machte die Räume zunehmend enger, sodass die Angriffsmaschinerie des Gegners ein wenig ins Stocken geriet. Dies schlug sich auch in der neuerlichen Führung für Dynamo nieder: Ein hoher Ball wurde wunderschön per Kopf durch den quirligen Stürmer Philippe „Raul“ Jans verlängert. Der von seinen Gegner als „Laufwunder“ titulierte und anscheinend äußerst gefürchtete Höller F. überzuckerte als erster die sich bietende Gelegenheit und zog entschlossen auf das Tor. Die kritischen Worte der letzten Partie anscheinend zu Herzen genommen, schloss er die Aktion eiskalt mit einem Schuss ins lange Eck ab. 3 Minuten später schlugen die Vibes aber wieder zurück (wir schreiben erst die 24. Minute!): Ein gegnerischer Eckball wurde länger und länger – Der Stürmer am hinteren Pfosten brachte einen Kopfball aufs Tor, den Taborsky nur abprallen lassen konnte. Das Tor ließen sich die Vibes hingegen nicht mehr nehmen und bugsierten den Ball aus kurzer Distanz in das Tor – 2:2. Eine gefühlte Ewigkeit (12 Minuten) fiel dann kein Tor mehr, obwohl sich die Teams Chancen hüben wie drüben erspielten. Kurz vor der Pause ging Dynamo dann wieder in Führung: Nach einem Strafraumgestocher kam der Ball zu Raul, der nicht lange fackelte und den Ball mit links in die Maschen jagte. Aber anstatt mit einer Führung im Rücken in die Pause zu gehen, bekamen die sich noch im Freudentaumel befindenden Döblinger praktisch im Gegenzug (aus stark abseitsverdächtiger Position) das Gegentor. Mit 3:3 ging es in die Kabine und die wohlverdiente Pause. Mit einer Umstellung versuchte Dynamo die nicht ganz sattelfeste Abwehr und den unkontrollierten Spielaufbau auszumerzen, indem Herzan und Veress M. Positionen tauschten. Dynamo nahm das Spiel in der 2. Hälfte auch deutlich besser auf. Die gefürchtete Höller-Flügelzange und Raul ließen die gegnerische Abwehr mit ihrer Robustheit und Schnelligkeit immer wieder alt aussehen. Die Vibes zogen sich relativ weit zurück und vom anfänglichen Druck war in Halbzeit 2 praktisch nichts mehr zu erkennen. Entgegen des Spielverlaufs jedoch geriet Dynamo Anfang der 2. Hälfte zum ersten Mal in diesem Spiel (und schon wieder aus abseitsverdächtiger Position) in Rückstand. Eine Minute später zirkelte Herzan einen Freistoß von der Mittellinie in den gegnerischen Strafraum, wo Schmid den Ball uneigennützig auf Höller P. ablegte. Dieser netzte volley zu seinem 2. Treffer an diesem Abend ein. In der folgenden Phase konnte keine der beiden Mannschaften eine eindeutige spielerische Überlegenheit herausspielen und der Kampf bzw. die Härte im Spiel überwog. Zur Erhitzung der Gemüter trug leider auch der Schiedsrichter mit diversesten Skurillitäten und Fehlentscheidungen bei. In der 60. Minute verließ der Kapitän Schmid das Feld und für ihn kam Kalmar, der seinen großen Auftritt an diesem Abend noch vor sich haben sollte. Dann die 72. Minute: Raul bekommt einen weiten Pass, enteilt seinem Verteidiger und überhebt den Tormann fantastisch. Der Ball prallt vom Lattenkreuz ins Spiel zurück, wo Raul mit seinem 2. Versuch vollendet und Dynamo zur Führung schießt. Die Döblinger waren anschließend darauf bedacht, nicht sofort im Anschluss den mittlerweile obligatorischen Gegentreffer zu kassieren. Doch dem eingewechselten Kalmar schien Vorsicht ein Fremdwort zu sein und war, von Torhunger  getrieben, nicht mehr zu bändigen. Bei einer Flanke von rechts zog der Edelzangler in die Mitte und hämmerte den Ball aus ca. 20 Metern, halbvolley unhaltbar ins linke untere Eck. Die Erleichterung über sein erstes Pflichtspieltor war dem Jungspund anzusehen und all der Frust, der sich in seiner Karriere aufgestaut hatte, brach mit einem Mal aus ihm heraus. Sogar die Gegner schienen von seinem Traumtor und seinem exzessiven Torjubel vollkommen eingeschüchtert zu sein und fingen sich erst wieder gegen Ende des Spiels. In der Folge verhinderte ein Lattentreffer von „Laufwunder“ Höller F. nach traumhaften Solo die nächste Hütte. Auch von Taborskys Gehäuserahmen klatschte eine Granate wieder zurück ins Feld, was aber nicht mehr am Sieg der Döblinger zu rütteln vermochte – 6:4 lautete der Endstand.

Fazit: Ein richtig geiles und spannendes Spiel, vollgespickt mit Toren, Emotionen, Fehlentscheidungen und alles, was den Fußball noch so schön macht! Stichwort Fehlentscheidungen: Einige Worte müssen einfach zum Schiedsrichter angemerkt werden, der schlichtweg eine desolate Leistung ablieferte und sich den Unmut beider Mannschaften zuzog. Obwohl es nicht Dynamos Terrain ist, den Schiedsrichter für Gegentore herzunehmen, gehen die 2 gegnerischen Treffer aus Abseitsposition klar auf seine Kappe. In keiner Phase des Spiels schien er das Geschehen auch nur annähernd unter Kontrolle zu haben und fiel nur durch willkürliche Entscheidungen ohne eine konstante Linie auf. Zum Spiel bleibt zu sagen, dass die Vibes anfangs bärenstark begannen und das Spiel in allen Belangen dominierten. Aus unerklärlichen Gründen erfolgte aber eine komplette Wendung und die Dynamos, die am Anfang gar nicht so recht wussten, wo sie sind, bekamen langsam die Oberhand und punkteten durch schnellen Konterfußball, wie er im Lehrbuche steht. Die agile Offensivabteilung der Döblinger (Höller 2x, Raul) wirbelte die gegnerische Abwehr gehörig durcheinander und war ein ständiger Gefahrenherd. Hinten funktionierte die 4er Kette zumeist, als ob man noch nie ein anderes System praktiziert hätte. Das Einzige, was man der Mannschaft ankreiden kann, wäre, dass man nach den Führungstreffern viel konzentrierter und ruhiger hätte agieren müssen, anstatt innerhalb weniger Minuten den Gegentreffer zu kassieren. Letztendlich war es ein verdienter Sieg für Dynamo – Man hatte die besseren Chancen und auch das bessere Ende für sich. Mit diesem Spiel setzt das Team (leider) einen Schlusstrich unter die Meisterschaftssaison 2012/13 und holt sich durch diese 3 Punkte den 6. Platz in der Tabelle, der DD nicht mehr zu nehmen ist.

Danke an die treuesten Fans und Betreuer (Masseur, Zeugwart, Vereinschronist,…) für den ganzjährigen Support. Danke auch an den bei der Weihnachtsfeier ins Amt gewählten neuen Vorstand, der sicherlich einen gewichtigen Anteil am Frühjahrsaufschwung der Mannschaft hatte. Keine Sorge – Dynamo wird sich über die spielfreie Zeit mit Kleinfeldturnieren, Cup-Spielen und Biertouren in Form halten. Ziel für die nächste Saison wäre (wie immer) der 3. Platz, sodass der Aufstieg in die gefürchtete Unterliga zwar gerade verpasst wird, man sich hingegen trotzdem am Podium sonnen kann. Mal sehen, was sich auf dem Transfermarkt tun wird – hoffentlich kann dieses absolute Winnerteam zusammengehalten werden. Darum machen sich aber die wenigstens Sorgen, denn jeder weiß, dass DD mehr als nur eine Fußballmannschaft ist.

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