Dynamo unterliegt Tabellenführer nach guter Leistung mit 1:4

Zu ungewöhnlicher Stunde (Samstag früher Nachmittag) waren die Jungs von Dynamo beim Tabellenführer Wien United 2012 zu Gast – Erster gegen Letzten, Favorit gegen Außenseiter, Sieg gegen Niederlage – zumindest auf Paper. In Wahrheit wussten die Dynamos natürlich, dass man sich diese Saison oft unter dem Wert verkauft hatte und hoffte, dass der Gegner so ein Spiel auf die leichte Schulter nehmen würde. Der zweifellos schwierigen Aufgabe stellten sich die Döblinger mit einer stark umgestellten Abwehr entgegen, in der Probst links und Diaz auf der für ihn neuen Position rechts spielte. Die schon einige Mal zwangsgetestete Veress-Innenverteidigung bekam diesmal vom zurückgekehrten Haiden und von Debütant Bartl Unterstützung auf der zentralen Achse. In der Offensive stieg man mit der gewohnten Standardbesetzung (Höller x2, Schmid, Herzan) in den Ring.

Ab der 1. Minute nahm Wien United das Heft in die Hand und dominierte, zwar ineffizient, aber doch, die Partie. Die tief und kompakt stehenden Döblinger ließen keine wirklichen Chancen zu und verlagerten ihr Spiel aufs Kontern, da man sich nicht anmaßen wollte, den Tabellenführer jetzt niederzuspielen. Vor allem der Spielmacher von Wien United bereitete den Gästen Sorgen, wurde aber anfangs von Haiden und Bartl verstärkt bewacht. Dynamos erster richtiger Torschuss landete dann in der 17. Minute auch gleich im Tor: Herzans mittiger Schuss aus 25 Metern senkte sich über den gegnerischen Torwart ins Gehäuse und besorgte den Gästen die 1:0 Führung. Im Anschluss daran drehte der Tabellenführer mächtig auf und übte intensiven Druck aus. 2 Abseitstore waren die Folge, wobei beim zweiten aberkannten Treffer der sehr aufmerksame (und sonst auch ausgezeichnete) Schiedsrichter richtig erkannte, dass sich beim gegnerischen Pass nur mehr ein Spieler hinter dem Ball befunden hat, da Taborsky vorgelaufen ist. Wenige Minuten später analoge Szene, wie bei Dynamos Tor, diesmal auf der anderen Seite: Der gegnerische Spielmacher hielt aus ähnlicher Distanz auf Taborskys Gehäuse und traf unter die Latte – 1:1. Dynamo änderte nach dem Ausgleichstreffer nichts an der Spielart und hielt auch weiter gut mit. Die Heimmannschaft fand nur selten ein Rezept gegen die ausgezeichnet stehenden und tapfer kämpfenden Döblinger. Erst durch ein unglückliches Tor konnte Wien United in Führung gehen, als nach Missverständnis zwischen Probst und Bartl der Gegner einen Querpass in den Strafraum schlug. Das Leder prallte von Diaz‘ Fuß auf die eigene Stange, von wo der Ball via Rücken des am Boden liegenden Stürmers den Weg ins Tor fand – Aufgrund der momentanen Pechsträhne verwundert so ein Treffer nicht wirklich. In der ersten Halbzeit fanden die Gäste in Person von Höller F. schließlich noch eine Riesenchance vor, der nach perfekter Flanke von Probst den Tormann anköpfelte. Somit blieb es für die Pause beim 1:2.

In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig an der Rollenverteilung, bis der Spielmacher von Wien United erneut zuschlug: Einen hohen Ball schickte er volley von der Strafraumgrenze auf das Dynamo Gehäuse und Taborsky konnte nicht mehr parieren – 1:3. Die Jungs aus Döbling mobilisierten in der Folge all ihre Kräfte und machten auf. Als Resultat spielte sich Dynamo einige Male mit schönen Kombinationen bis zum gegnerischen Strafraum. Die größten Chancen vergaben Kalmar, Höller F. und Haiden (dessen Schuss nach wunderschönem Solo auf der Linie geklärt wurde). Als die Gäste am Ende alles nach vorne warfen, beendete Wien United einen schnellen Konter mit dem Treffer zum 1:4 (88.), was letztendlich auch der Endstand war.

Fazit: Ein Duell, in dem Dynamo nichts zu verlieren hatte. Die Pflichtpunkte, die momentan fehlen, sind sicher nicht gegen solche Gegner zu holen, sondern gegen andere (schwächere) Teams. Nichtsdestotrotz hat Dynamo gut mitgehalten und hatte auch Möglichkeiten auf zumindest einen Punkt. Das Pech klebt uns derzeit einfach auf den Fersen (siehe z.B. 2. Tor) und demoralisiert nach ansonsten starken Leistungen einfach extrem. Die Rote Laterne ist absolut unverdient, aber daran kann und wird man ja noch im letzten Saisonspiel am Samstag gegen Philadelphia AC bzw. im gesamten Frühjahr noch etwas ändern. Fans sind, wie immer, herzlichst willkommen – um 20:00 Uhr ist Anpfiff. Wenn jemand vor der Saison gesagt hätte, dass Dynamo zur Saisonhalbzeit Tabellenletzter ist, hätte man ihm wahrscheinlich Blasphemie und Ketzerei vorgeworfen, also sorgen wir für eine (halbwegs) versöhnliche Winterpause und verlassen wir mit 3 Punkten das Tabellenende!

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