Fulminante Dynamos schießen sich mit 6:2 den Frust von der Seele

Sonntagabend hieß es für 14 bildhübsche Dynamos Treter und Leder auspacken, denn die Frühjahrssaison hatte angeklopft. Gleich das erste Meisterschaftsspiel des Kalenderjahres 2014 war von enormer Wichtigkeit für den (noch) Tabellenletzten Dynamo, denn mit P.A.C. hatte man einen direkten Konkurrenten im (noch) Abstiegskampf zu Gast, mit denen es zuletzt ja auch Turbulenzen auf dem grünen Tisch gab. Gleichsam war es auch die erste Partie für DD ohne den geliebten Trainerfuchs, der zur Weihnachtsfeier den feuchtfröhlichen Dynamos für einen winzigen Augenblick mit seinem Rücktritt die Stimmung trüben konnte, weshalb Dynamos Kapitän Schmid die Aufgabe an der Linie übernahm, da ihn eine hartnäckige Fußverletzung plagte.

Vor der Partie verlangten beide Teams eine Passkontrolle, da anscheinend das gegenseitige Misstrauen auch nach einem halben Jahr nicht verflogen war – Als geklärt wurde, dass wieder alles mit rechten Dingen zugeht, galt die Konzentration der Mannschaft aber ganz dem Spiel. Dynamo kam gut aus den Startlöchern und übernahm sogleich das Kommando in der Partie. Chancenmäßig schaute anfangs nicht sehr viel heraus, Dynamo feuerte nur erste Warnschüsse Richtung gegnerisches Gehäuse  ab und bereitete den Tormann von P.A.C. auf einen langen Abend vor. In der 15. Minuten allerdings gleich der erste Schock, den die Heimmannschaft verdauen musste: Probst ging nach einem harmlosen Zweikampf ohne Fremdeinwirkung zu Boden und musste seinen Traum, endlich den ersten heißersehnten Dynamo-Pflichtspielsieg am Feld zu erleben, begraben. Schiller kam nun an seine Stelle und das Spiel nahm wieder Fahrt auf. Die Hausherren präsentierten sich aktiver, aggressiver, bissiger und konnten sich immer wieder gefährlich vor das Tor spielen – Die Abschlussschwäche aus dem Herbst schien aber trotz intensivem mentalen Training in der spielfreien Zeit nicht beseitigt worden zu sein. Die wohl größte Chance darf man mit dem Namen Höller F. verbinden, bei dem nach einem schnell abgespielten Freistoß mutterseelenallein vor dem gegnerischen Keeper die Nerven versagten. Wie schon so oft in dieser Saison, bekam DD dann den Gegentreffer von der bis dahin harmlosen P.A.C. – Nach einem Corner auf den langen Pfosten konnte ein Gegner die Abstimmungsprobleme in der Manndeckung nutzen und den Ball einnicken. Dynamo ließ den Kopf aber keineswegs hängen, spielte weiter munter nach vorne und entzückte die Zuseher (Anm d. Red.: die aber leider allesamt dem Gegner zujubelten – Wo sind die Dynamo-Fans?!) mit köstlichem Offensivfußball . Wir schreiben die 41. Minute, als die Döblinger erstmals jubeln durften und das nach einem Treffer der Marke „Weltklasse“: Der äußerst engagierte Stürmer Herzan wurde an der Outlinie regelwidrig vom Ball getrennt und schnappte sich dieses anschließend schnell. Er erspähte den sich auf der anderen Seite davonschleichenden Höller F., zu dem er eine Maßflanke schickte. Dieser ließ sich vom Flutlicht, der den Ball verdeckte, nicht beirren (oder eben schon?) und jagte den Ball zum 1:1 Pausenergebnis volley in die Maschen.

 

Kaum hatte die zweite Hälfte angefangen, da durfte Dynamo nach einer wunderschönen Aktion schon wieder feiern: Höller F. spielte flach zur Mitte, Herzan ließ mit einer Körpertäuschung passieren, und Höller P. vollendete aus dem Lauf. Nun fielen die Tore im Minutentakt, das nächste in der 50. Minute nach einer nicht minder schönen Szene – Bei einem Konter erlief Herzan einen Laufpass und überlupfte den gegenerischen Keeper mit dem rechten Außenrist. Kaum war die 52. Spielminute angebrochen und schon führte Dynamo mit 4:1, den Torschützen suchte man allerdings vergeblich beim Heimteam, denn P.A.C. besorgte den neuen Spielstand mit einem Eigentor. Die Gäste zeigten sich anfangs komplett von der Rolle und konnten die sehenswerten Tore der Hausherren nur schwer verdauen. Langsam wurden aber auch sie stärker und kamen nach einer unglücklichen Szene der Dynamo-Verteidigung auch zu ihrem nächsten Treffer. Bald konnte Dynamo hingegen das Spiel wieder unter Kontrolle bringen und baute das Spiel langsam und kontrolliert von hinten auf. In der 84. Minute konnten die Hausherren dann auch wieder anschreiben, als Höller P. nach einem Traumpass von Vavra traumhaft über den herauseilenden Tormann einschoss. In der  Schlussminute durfte auch der eingewechselte Mandl noch einmal ran und stellte den Endstand von 6:2 aus kurzer Distanz her.

Fazit: Es macht nicht nur wieder Spaß den Spielbericht zu schreiben, sondern auch am Feld zu stehen. Nach dieser Leistung braucht sich Dynamo sicher vor Niemandem in der Liga zu verstecken und man zeigte auch einmal endlich, dass man sehr wohl Fußball spielen kann. Zwar sah es anfangs nach dem Gegentor so aus, dass der Seuchenherbst eine Fortsetzung findet, aber DD fand endlich seinen Killerinstinkt wieder und zerlegte den P.A.C. förmlich mit sechs Toren in etwa 45 Minuten.

Eine wirklich starke Leistung von jedem Einzelnen, die Wahl zum Man of the Match wäre an diesem Tag wirklich eine knifflige Frage. Endlich konnte man mal auch auf genügend und auch gute Wechselspieler zurückgreifen, die frischen Wind in die Mannschaft hineinbrachten. Alles in allem sicherlich ein absolut verdienter Sieg, auch in die Höhe geht in Ordnung. Mit den 3 Punkten in der Tasche konnte Dynamo vorläufig die Rote Laterne abgeben (der Letzte spielt erst nach Redaktionsschluss) und befindet sich im Aufwind. Nächste Woche geht es am Samstag gegen die Real Millonarios, die ebenfalls ein direkter Gegner am unteren Tabellenende sind. Mit 3 Punkten würde Dynamo die Abstiegsränge verlassen und bis zum 9. Platz vorstoßen. Nehmen wir den Schwung mit und schießen wir die Millionäre ab, denn es kann nur eine reiche (und selbstverständlich schöne) Truppe in Wien geben  - Forza DD!

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