Dynamo behält gegen lateinamerikanisches Schlusslicht die Oberhand – 4:2

Sonntagvormittag ging es für Dynamo auswärts an der Peripherie Wiens gegen DSG Lateinamerika um wichtige Punkte. Nach einer guten Vorbereitung und schwachem Saisonstart war Schadensbegrenzung angesagt – da kam der Tabellenletzte nur mehr als gelegen. Obwohl die Schönheit der 13 angereisten Dynamos noch etwas unter der morgendlichen Uhrzeit litt, war der Erfolgshunger am richtigen Fleck: Mit einer offensiven Ausrichtung samt Dreierabwehr und Doppelspitze wollten die Döblinger durch Samba-Fußball die Latinos mit ihren eigenen Mitteln entzaubern. Als größte Hürde stellte sich dabei schon vor dem Ankick der mehr als strapazierte Naturrasen heraus, dessen elender Anblick die Dynamos zunächst etwas erschaudern ließ.

Ab dem Anpfiff war das den Gästen aber auch schon egal und man warf sich ohne Rücksicht auf Verluste in die (Schlamm-)Schlacht. Nach wenigen Minuten hatten sich die Dynamos als spielbestimmende Mannschaft herauskristallisiert, soweit die widrigen Bedingungen es zumindest zuließen. Wer sich auf einen schönen Fußballsonntag gefreut hatte, war hier nämlich ganz klar fehl am Platz. Nach einigen mehr oder minder gefährlichen Angriffen brachte die 29. Minute den Knackpunkt: Der erst im Sommer für Unsummen verpflichtete Mayerhofer nahm sich einen Ball im gegnerischen Sechzehner an und wurde sogleich ungeschickt von seinem Gegenspieler gelegt. Der oftmals kleinlich agierende Schiedsrichter wies bei dieser Szene zurecht auf den Punkt (oder zumindest dorthin, wo dieser sich befinden hätte sollen). Der Elfmeter war allerdings noch nie ein Freund der Döblinger, auch diesmal nicht. Haiden trat an, scheiterte zunächst am Tormann und versenkte seelenruhig den Nachschuss. In der Folge waren die Dynamos auch dem zweiten Tor näher, als die Lateinamerikaner dem Ausgleich. Ein Doppelschlag der Döblinger vor der Pause brachte eine mehr als komfortable Führung ein: Zunächst versenkte ein weiterer Neuzugang, Monghy, auch kein Schnäppchen, einen Abpraller mit einem satten, abgefälschten Schuss von außerhalb des Sechzehners. Monghy war auch derjenige, der wenige Minuten später alleine auf das Tor zog und am Keeper scheiterte. Der Ball kullerte vor die Füße von Wanits, wenig verwunderlich ebenfalls Neuzugang, der ins leere Tor  einschob. Seine Ablösesumme wurde bei der Weihnachtsfeier von den Dynamos in Schnapsrunden investiert, weshalb sein ehemaliges Team den wechselwilligen Spieler ablösefrei ziehen lassen musste.

Ihren Schlafmangel wollten die Dynamos in der kurzen Halbzeitpause nachholen, oder zumindest wirkte es so. Denn nach der Halbzeit sausten die Latinos den schläfrigen Dynamos nur so um die Ohren und verkürzten sobald auf 1:3. Nach einigen brenzligen Szenen vor dem eigenen Strafraum, die man auch mit dem nötigen Glück unbeschadet überstand, verschwanden allmählich die Augenringe aus den Gesichtern der Döblinger und man fand wieder einigermaßen ins Spiel. 65 Minuten waren gespielt, als Monghy im gegnerischen Strafraum nach einer Attacke zu Boden ging. Auch diesmal bewies der Unparteiische Courage und entschied auf Strafstoß. Diesmal trat Höller P. an und schoss ihn genauso, wie es im Lehrbuch steht: mittig und halbhoch – untypisch für die DSG sprang der Torwart allerdings in eine Ecke und somit stand es 4:1 für die Gäste. Zwei Minuten hielt der Drei-Tore-Vorsprung lediglich an, da hatten die Latinos schon wieder verkürzt. Danach folgte ein offener Schlagabtausch, bei denen Monghy und Höller P. nach den einzigen zwei schönen, aber dafür sehr schönen, Aktionen der zweiten Hälfte gute Möglichkeiten vergaben. In Minute 80 flog Wanits nach einem ungestümen Foul mit Gelb-Rot vom Platz und baute Dynamos haushohen „Vorsprung“ in der Fair-Play-Liste der Liga weiter aus. Zum Schluss hatten die Südamerikaner bei einem Lattenheber Pech, aber auch das hätte den Döblingern die drei Punkte nicht mehr nehmen können.

Fazit: Einer guten ersten Hälfte folgte eine miserable zweite. An Kombinationen war auf diesem Acker kaum zu denken, somit mussten die Standards herhalten. Genauso dreckig wie die Dynamos nach dem Spiel waren auch die drei Punkte – aber auch die müssen erstmal eingefahren werden. Mit dem Erfolg konnten die hinteren Tabellenränge etwas auf Distanz gehalten werden, was für die Gemütsruhe der Dynamos unverzichtbar ist. Nächste Woche geht es gegen DSG Porzelona, daheim, auf Kunstrasen, zu gewohnter Abendstund‘. Nur drei Punkte zählen!

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