Die Dynamo-Heimserie hält – 5:2 Sieg gegen St Rochus

Samstag 18:15, Schauplatz Wien-Krottenbachstraße – 11 bis in die Haarspitzen motivierte Dynamos stehen bereit, um den Aufwärtstrend der letzten Wochen mit 4 Punkten aus 2 Spielen fortzusetzen. Diesmal geht es gegen DSG St. Rochus, die als Aufsteiger natürlich beweisen wollen, dass sie absolut mit der höheren Liga mithalten können. Auf der anderen Seite zählen für die daheim noch ungeschlagenen Dynamos nur drei Punkte und genau diese Spannung im Vorfeld sorgt dafür, dass sich sogar vereinzelt Fans auf die Krottenbacher Alm verirren.

Dynamo startet flott und druckvoll in die Partie. Die Heimischen lassen zunächst überhaupt keinen Zweifel aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen wird. Angriff für Angriff rollt auf das Tor von St. Rochus zu, lediglich der Torabschluss von Dynamo lässt zu wünschen übrig. Die Gäste können kaum Luft schnappen und betteln in dieser Phase um ein Gegentor. Dann eine unfassbare Doppelchance für die Döblinger: Neo-Stürmer Rakocevic a.k.a Brudi hämmert das Leder vom rechten Strafraumeck brillant an die Querlatte. Von dort gelangt das Spielgerät über Umwege zu Veress M., der direkt im Anschluss mit links nur die Innenstange trifft. – Der gegnerische Trainer hält sich den Kopf, auch er weiß nicht so genau, wie sein Team so viel Glück verdient hat. Dynamo spielt aber weiter geduldig nach vorne, Schragel, Rakocevic, Zajc, Haiden bringen jedoch den Ball aus jeweils aussichtsreichen Positionen nicht unter. Dann wird der Bann endlich gebrochen: Haiden bekommt an der Strafraumgrenze nach einer Verwirrung im gegnerischen Strafraum den Ball und schiebt überlegt zum längst überfälligen 1:0 ein. Dynamo will nun nachlegen und dies gelingt Sekunden vor dem Pausenpfiff auch: Nach einer flott ausgeführten Ecke von Schragel kommt Neuzugang Zajc herangestürmt und bugsiert den Ball volley in die Maschen. Pausenstand lautet also 2:0, wobei die Dynamos gegen wirklich erschreckend schwache St. Rochus auch deutlich höher hätte führen können (müssen).

Anpfiff zur zweiten Hälfte und wie so oft in der jüngeren Geschichte des Vereins, vergisst Dynamo nach der Halbzeit all seine ansatzweisen Fähigkeiten in der Kabine. Die Zuschauer schauen sich verständnislos an und verstehen die Welt nicht mehr. Wie ein Toter, der zum Leben erwacht, übernimmt St. Rochus Schritt für Schritt das Kommando und Dynamo beginnt langsam aber sicher hinten zu schwimmen. Und dann fällt er auch noch, der Anschlusstreffer: Nachdem Keeper Posch noch den ersten Versuch aus spitzem Winkel abwehren kann, ist er gegen den Abstauber des gegnerischen Stürmers machtlos – 2:1. Alle Weckrufe sind vergebens, die Dynamos sind mit ihren Köpfen ganz woanders. Nächster Angriff von St. Rochus und der nach einem Jahr Verletzungspause wiedergenesene Veress A. trifft den gegnerischen Spieler unglücklich im Strafraum. Der Schiedsrichter entscheidet ohne zu zögern auf Elfmeter, Schuss, Ausgleich, 2:2. Langsam kommt so etwas wie Leben in die Dynamos und man beginnt nun wieder ansatzweise mitzuspielen. Wir schreiben etwa die 60. Minute, als eine weite Dynamo-Flanke Richtung Rakocevic segelt. Dieser wird von seinem Gegenspieler gestoßen, der Schiedsrichter zeigt wieder auf den Punkt, diesmal auf der anderen Seite. Capitano Schragel fühlt sich gut, schließlich hat er damals schon in der U11 einen Elfmeter treten dürfen und auch versenkt, deshalb gibt es keinen Grund sich Sorgen zu machen. Er läuft an, fährt aber diesmal leider zu sehr unter den Ball und schießt ihn in den Krottenbacher Nachthimmel – weiterhin also 2:2. Dann der Knackpunkt des Spiels: Der gegnerische Stürmer säbelt Kirchknopf um und sieht dafür seine zweite Gelbe Karte. Dynamo nutzt den Vorteil der Überzahl und gewinnt die Dominanz der ersten Hälfte allmählich wieder zurück. Wenige Minuten verstreichen und der zur Halbzeit eingewechselte Dr. Arzt setzt sich über rechts energisch durch und bringt den Stanglpass ideal zur Mitte. Dort wartet Rakocevic und drückt den Ball zu seinem zweiten Ligator über die Linie. DSG St Rochus gibt sich nach diesem Rückschlag und mit einem Mann weniger immer mehr auf und Dynamo schiebt das Leder wieder nach Belieben in den eigenen Reihen herum. Der halblinks aufgebotene Johnny erhöht bald nach schöner Kombination über Haiden und Rakocevic zum 4:2. Der umtriebige Arzt stellt kurz vor Schluss nach Pass von Johnny noch den absolut verdienten Endstand von 5:2 her und macht den Sack endgültig zu.

Fazit: Abgesehen von den desolaten 20 Minuten nach der Pause ein weitgehend sehr diszipliniertes und spielfreudiges Auftreten der Döblinger. Der Endstand geht in dieser Höhe auch absolut in Ordnung, St Rochus war, bis auf die angesprochene Phase nach der Halbzeit, kaum vorhanden. Was in den 20 Minuten passiert ist, wird wohl immer ein Rätsel bleiben und mit dem Trainerteam intern aufgearbeitet werden. So etwas darf im weiteren Verlauf der Saison nicht mehr passieren, gegen stärkere Gegner wird man für so einen Komplettaussetzer deutlich mehr abgestraft. Kommendes Wochenende ist Dynamo spielfrei und darf sich ausruhen, bevor es in die zweite Hälfte der Herbstsaison geht. Danach folgt das nächste Heimspiel gegen die altbekannte DSG Argos United, gegen die der Aufwärtstrend der letzten Wochen fortgesetzt werden soll.

Dy-dy-Dynamo!

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